JournocodeLogoDie Idee, eine R-User Group für Dortmund zu gründen, kam mir in der vorlesungsfreien Zeit, als ein Kommilitone mit mir an einer Seminararbeit zum Thema Datenjournalismus saß. Wir schrieben über Julius Trögers Interaktiv-Team als gutes Beispiel für ddj im Lokalen und erarbeiteten ein Konzept, um ihr Projekt über die echten Berliner auf Dortmund zu übertragen. Was wollen wir wissen, woher bekommen wir die Daten, wie werten wir sie aus?

Lukas war dabei sehr interessiert an R, mit dem ich nun seit einem Jahr immer mal wieder Daten hin und her crunche ohne dabei wirklich etwas Veröffentlichbares zu erzeugen. Ich zeigte ihm ein paar Grundkniffe und er brachte sich einiges über Online-Tutorials bei.

Gleichzeitig entschieden sich zwei meiner Wissenschaftsjournalismus-Kommolitoninnen auch zum Schwerpunkt Datenjournalismus zu wechseln. Das Interesse, etwas mehr über R zu erfahren und vor allem, wie man es für datenjournalistische Zwecke nutzen konnte wuchs also in meiner direkten Umgebung. Weil es zwar einen sehr guten R-Kurs an der TU Dortmund gibt, der aber speziell für Statistiker ausgelegt ist, habe ich mir ein paar Visualisierungen und praktische Kniffe selbst zusammengesucht. Die Idee war nun also allen Interessierten, ob sie den Unikurs besuchen oder nicht, weiterzugeben, was ich bisher mit R konnte. Denn das Programm taugt nicht nur was zur Datenbereinigung und Analyse. Datenjournalisten wie Gregor Aisch oder Timo Grossenbacher zeigen, wie es darüber hinaus bei Visualisierungen und ddj-Projekten helfen kann.

Aber warum eine Gruppe gründen, die nur R lernt? Derzeit sind wir zwei Journalistikstudenten, drei Datenjournalismusstudentinnen und ein Informatikstudent mit großem Journalismusinteresse. Beim ersten Treffen der R-Gruppe haben wir uns organisiert und gemerkt, dass der Name der Gruppe gar nicht dem entspricht, was wir alles wollen. Zwar sind die ersten Treffen immer noch für einen Streifzug durch R reserviert (diese Woche beginne ich mit einem Crash-Kurs durch die Basics, danach werden Kira und ich die für uns wichtigsten Pakete und das tool shiny vorstellen), doch auch Python, HTML, Java Script und CSS stehen auf dem Plan. Die Treffen sollen nicht nur für Journalisten (!) nützliche Programmierkenntnisse vermitteln sondern sich auch mit Herausforderung wie zum Beispiel dem Aufbereiten journalistischer Inhalte und Anwendungen für verschiedene Endgeräte beschäftigen. Jeder Teilnehmer der Treffen kann etwas an Wissen beisteuern, durch Fragen neue Blickwinkel eröffnen und in der Gruppe praktisch austesten, was wir gelernt haben.

Gleichzeitig wollen wir mit etwas mehr Struktur an die Sache gehen und denken über die Gründung einer Hochschulgruppe nach. Wir arbeiten außerdem an einer Seite oder einem Blog, auf dem jeder unserer Schritte nachvollziehbar gemacht werden soll. Das erleichtert zum einen den Einstieg wenn man erst später zur Gruppe hinzustößt, zum anderen kann auch jeder andere Interessierte mit Internetzugang von unseren Learning-by-doing-Erfahrungen profitieren.

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