Programmieren lernen ist wirklich kein Hexenwerk. Ich behaupte sogar, dass es recht leicht ist. Das Schwerste ist eigentlich, überhaupt damit anzufangen. Und da du, werte*r Leser*in, diese Sätze hier liest, bist du bereits dabei, den ersten Schritt zu machen.

 

Hier geht’s direkt zu den Teilen des Tutorials:

Crashkurs: Programmieren in R für Journalist*innen | Teil 1: Installationsparty

Crashkurs: Programmieren in R für Journalist*innen | Teil 2: Grundvokabeln

Crashkurs: Programmieren in R für Journalist*innen | Teil 3: Das Tidyverse

 

Sicher ist eine Programmiersprache zu beherrschen nicht der wichtigste Skill für Journalist*innen. Doch wer Leser*innen exklusive Wahlanalysen, interaktive Karten oder andere datengetriebene Formate bieten möchte, kommt zumindest nicht drum herum, mit Programmierer*innen zusammen zu arbeiten. So oder so ist dieser Skill ein mächtiges Werkzeug und vor allem für Datenjournalist*innen unglaublich hilfreich.

Als Teil des Interaktiv-Teams der Berliner Morgenpost programmiere ich eigentlich jeden Tag: manchmal, um einen Datensatz passend für unsere Entwickler zu strukturieren, manchmal, um neue Erkenntnisse aus einem Zahlenberg zu gewinnen und zu visualisieren. Einiges von dem, was ich programmatisch löse, könnte ich auch mit Excel oder mit Hilfe mehrerer Tools machen. Doch indem ich meine Analyseschritte programmiere und in einem Skript festhalte, kann ich meine Arbeit automatisieren, leicht wiederverwenden und transparent machen. Super praktisch sind programmierte Analysen beispielsweise für Wahlnächte, vor denen man schon exakt weiß, in welcher Struktur die Daten geliefert werden. Dann kann man nämlich alle Berechnungen und Grafiken schon vorbereiten und muss nur noch auf die Auszählung warten. Lange Rede, kurzer Sinn: Programmieren lernen lohnt sich!

Deshalb möchte ich dir in diesem dreiteiligen Crashkurs meine Programmier-Muttersprache beibringen: R. Du brauchst dafür keinerlei Vorkenntnisse im Programmieren. Ich fange im ersten Teil ganz am Anfang an, beim Herunterladen der Software. Im zweiten Teil zeige ich dir die Grundvokabeln und lasse dich deine ersten Schritte gehen, damit du gewappnet bist für den dritten Teil. Denn dann zeige ich dir, wie ich bei meiner Arbeit programmiere.

 

Warum R?

Der Buchstabe R ist der Name eine Programmiersprache, die speziell für die Ausbildung von Statistiker*innen erfunden wurde. Deshalb ist die Mehrheit ihrer Funktionen auch darauf ausgelegt, Daten zu bereinigen und zu analysieren. Zwar kann man mit ihr auch Websites und interaktive Grafiken bauen, für solche Vorhaben rate ich aber stark dazu, stattdessen JavaScript, CSS und HTML zu lernen.

R’s Stärke ist das „data wrangling“. Ich habe sie beispielsweise dafür benutzt, die (Mammut-)Datenbereinigung für unser Projekt So tickt Berlin an deiner Linie und die Berechnungen für Der Sound zum tiefen Fall der SPD zu machen. Wir haben auch schon Grafiken direkt aus R verwendet, beispielsweise sind die Deutschlandkarten aus unserer Bundestagswahlanalyse mit einer Funktion aus dem Paket Tidyverse gemacht, das ich euch im letzten Kursteil zeige. Häufig baue ich Grafiken fix in R vor, damit wir sehen, ob es sich lohnt, daraus etwas größeres oder eine interaktive Version zu machen.

Warum sich die Programmiersprache mit dem einstelligen Namen bei Datenjournalist*innen einer großen Beliebtheit erfreut, vermag ich leider nicht zu sagen. Sprachen wie Python sind mindestens genauso mächtig und auch nicht viel schwerer zu lernen. Für mich war R schlichtweg die erste Programmiersprache, und obwohl ich auch mit Python klarkomme, fühle ich mich mit R sehr viel mehr zu Hause.

Dieser Crashkurs ist natürlich auch geeignet für Nicht-Journalist*innen, die in möglichst kurzer Zeit einen guten Einstieg in die Programmiersprache R und vor allem das R-Paket Tidyverse bekommen möchten. Da der Fokus des Kurses aber auf Journalist*innen liegt, werde ich nur Funktionen und Kniffe behandeln, die für die Datenarbeit in Redaktionen relevant sind. Außerdem habe ich bewusst die Bezeichnung Crashkurs gewählt: Ich hoffe, dir mit diesen Tutorials einen guten Schnellstart in die Programmiersprache geben zu können. Auf keinen Fall wirst du am Ende schon ausgelernt haben. Aber wenn du sicher genug bist, um die Funktionen für deine Arbeit nutzen zu können und von selbst sehr schnell immer besser wirst, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Und nun genug der Worte: Los geht’s mit Crashkurs: Programmieren in R für Journalist*innen | Teil 1: Installationsparty!

Du hast R und RStudio bereits installiert und weißt, wie es funktioniert? Dann geh direkt weiter zu Crashkurs: Programmieren in R für Journalist*innen | Teil 2: Grundvokabeln oder Crashkurs: Programmieren in R für Journalist*innen | Teil 3: Das Tidyverse.